Vom 20.2. bis 23.2. nimmt flumen Mitarbeiter Dr. Martin Fritz an einem von der DFG und der Villa Vigoni gefördertem Deutsch-Italienischem Forschungsaustausch teil.
Die Konferenz bringt vor dem Hintergrund aktueller Dekarbonisierungspolitiken sozialwissenschaftliche Forschung zur „grünen Transformation“ in Europa zusammen und beleuchtet sie in einem breiteren gesellschaftspolitischen Kontext. Viele sozialwissenschaftliche (Teil)Disziplinen beschäftigen sich inzwischen mit der „grünen Transformation“ – die Debatten werden jedoch häufig getrennt geführt. Die Konferenz bietet einen Rahmen für Austausch und gemeinsame Forschungsprogrammentwicklung. Dr. Martin Fritz wird die Arbeit und den Ansatz von flumen vertreten einen Vortrag halten mit dem Titel „Conflicting mentalities and interests in the social-ecological transformation“.
Die Teilnehmenden des ersten Soziologischen Waldsymposium in Jena (Foto: Sebastian Drue/flumen)
Ronja Mikoleit, Jana Holz, Dr. Anne Saave und Ronja Schröder haben im Blog des Journals Soziologie und Nachhaltigkeit – Beiträge zur sozial-ökologischen Transformationsforschung (SuN) einen Tagungsbericht zum ersten Soziologischen Waldsymposium am 01. Dezember 2023 an der Friedrich-Schiller-Universität Jena verfasst.
Auf der Abendveranstaltung „Der neue sozial-ökologische Klassenkonflikt. Mentalitäts- und Interessengegensätze im Streit um Transformation“ stellt Dennis Eversberg die Ergebnisse der flumen-Umfrage BioMentalitäten 2022 vor.
Die Veranstaltung findet statt am Donnerstag, den 22.02.2024, 18:00 Uhr an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg (Campus Haarentor, A1 0-005).
Klima- und Ressourcenschutz zwingt vor allem zu weitreichenden Änderungen der Wirtschafts- und Lebensweise in den nord-westlichen Industrieländern. Damit sind tiefgreifende gesellschaftliche Konflikte verbunden. Einerseits erscheinen diese Veränderungen als Bedrohung eines sozial oder wirtschaftlichen Abstiegs. Andererseits werden noch viel weitreichendere Transformationsschritte eingefordert als derzeit politisch umgesetzt werden.
Die Widerstände gegen die Transformation entzünden sich schon jetzt anhand relativ bescheidener Transformationsschritte: Streichung der Diesel-Subventionen im Agrarbereich, Vorgaben für Heizungssysteme, Erhöhung der CO2-Steuer oder Subventionen für E-Autos. Dahinter, so die These von Dennis Eversberg, verbirgt sich ein neuer sozial-ökologischer Klassenkonflikt, der heute genauso gesellschaftsprägend ist wie der ‚alte‘ industrielle Konflikt zwischen Kapital und Arbeit. Basierend auf aktuellen repräsentativen Umfragedaten werden einer neuen Studie Zusammenhänge zwischen sozial-ökologischen Mentalitätsunterschieden und sozialen Lagen unter Rückgriff auf Bourdieu analysiert, die den sozial-ökologischen Klassenkonflikt strukturieren.
In der Veranstaltung werden die Ergebnisse vorgestellt und diskutiert. Droht die Transformation aufgrund massiver Widerstände zu scheitern? Wird die Dimension der sozialen Ungleichheit bei der Bewältigung der Transformationsrisiken zu wenig berücksichtigt? Wie werden individuelle Verantwortungszuschreibungen für klimaneutrales Handeln subjektiv bewertet? Und welche politischen Schlussfolgerungen lassen sich aus den Ergebnissen für eine sozialgerechte und durchsetzungsfähige Transformationsstrategie ziehen?
Zusammen mit Dr. Anna Saave von der Nachwuchsgruppe „BioMaterialities“ an der Humboldt-Universität zu Berlin hat Jana Holz im Blog Postwachstum einen Beitrag verfassst, der die Forstwirtschaft (u.a. in Finnald) aus einer Degrowth-Perspektive analytisch betrachtet.
The environmental crisis, increased inequality and an aging population are likely to increase the demand for welfare services in the OECD countries. Economic growth has long been seen as a solution to these problems. However, this is no longer the case. Very few countries have managed to decouple economic performance from ecological footprints and greenhouse gas emissions. Even where this has been achieved, the rates of emission-decline are too slow to match the Paris climate targets. Consequently, interdisciplinary research is key to probe how welfare systems may cope with these challenges, and how welfare provision and economic growth may be decoupled. By drawing on the basic human needs approach and a unique set of data, we explore the social and ecological performances of OECD countries relative to their economic performances. While high-income countries display diminishing welfare returns as economic performance is not improving the satisfaction of health-related needs, the lower-income countries might yield significant surplus if moving to the level of moderate-income countries. However, the satisfaction of autonomy-related needs is so far strongly coupled to economic performance and thus much harder to achieve in an ecologically sustainable way.
Paulsson, Alexander / Koch, Max / Fritz, Martin (2024): Diminishing returns of growth? Economic performance, needs satisfaction and ecological impacts of OECD welfare states. In: Critical Social Policy, 0(0). https://doi.org/10.1177/02610183231218971
In der Sendung Systemfragen des Deutschlandfunks war Dennis Eversberg zu hören. Die Ausgabe vom 21. Dezember 2023 beschäftigte sich mit dem Thema „Die Macht der Gewohnheit. Wie gelingen Verhaltensänderungen?“
Dennis Eversberg nahm am 12. Dezember 2023 an der Konferenz „Gesellschaftliche Gelingensbedingungen der Transformation“ im Bundeskanzleramt teil. Basierend auf den flumen-Forschungsergebnissen referierte er zu „Einstellungen und Mentalitäten – Wie Menschen aus gesellschaftlichen Wandel blicken“.
Zur Konferenz waren zahlreiche Wissenschaftler:innen eingeladen, um sich zu Grundsatzfragen einer sozial-ökologischen Transformation mit wissenschaftlichen Kolleg:innen, Vertreter:innen des Bundeskanzleramtes und verschiedener Ministerien auszutauschen.
Kolloquium Niklas Stoll (Carl von Ossietzky Universität Oldenburg) den Vortrag „Von der sozialökologischen Transformation zur Transformation der Demokratie. Staat und Demokratie im Diskurs der Klimabewegung“ | 21. Dez. 2023